Eine kleine Vor-Weihnachtsgeschichte

Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht das gesamte btü-Team

Draußen hat es Nebel. Die Temperatur ist auch nicht prickelnd. Man will eigentlich nicht aus dem Haus. Und aufstehen schon gar nicht. Aber der Wecker macht seinen Job, unerbittlich. Also dann doch raus aus dem warmen Bett. Jetzt erst mal das Rollo auf. Es ist noch ganz dunkel. Wie soll man wach werden, wenn der Tag auch noch nicht aufgestanden ist?

Gedanken fließen einem durch den Kopf. Ungefiltert und unkontrolliert. Was steht heute auf dem Plan? Heute ein Tag im Büro. Ok. Man kann/darf ja wieder ins Büro. Die Regeln sind inzwischen nicht mehr so streng. Hat wohl mit der Impfung zu tun. Obwohl die Inzidenzwerte momentan steigen. Da stelle ich mir die Frage: Wieso funktioniert das mit der Impfung nicht? Kürzlich habe ich gelesen, dass erst ca. 65 % vollständig geimpft sind. Für die Herdenimmunität werden allerdings ca. 85 % Impfquote bzw. noch mehr gebraucht. Und es gibt jetzt inzwischen weltweit über 5 Mio. Tote aufgrund des Virus, wobei dies ca. 2 % der Infizierten ausmacht. Mir ist bekannt, dass die Älteren ein höheres Risiko tragen, aber auch die Jüngeren können das Virus übertragen und damit weitere Personen anstecken. Und dann gibt es Personen, die spielen Lotto. Gewinnchance für den Hauptgewinn ca. 1 zu 40 Millionen. Wenn man sich nicht impfen lässt, kann man bislang sicher sein, sich mit dem Virus anzustecken. Und dann hat man die Chance mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 50 zu sterben. Was haben diejenigen, die Lotto spielen und sich nicht impfen lassen nicht verstanden? Ach ja, die Langzeitwirkungen sind nicht bekannt. Falsch, man kennt die Langzeitwirkung: Man kann das Virus eindämmen, quasi unschädlich machen und hat eine gute Chance, wieder normal leben zu können.

Und dann spukt mir noch die Frage im Kopf herum, wie sich so ein Virus so schnell so weit verbreiten konnte. Streng genommen lebt dieser gar nicht, also nicht selbstständig. Nun, so ein Virus kann ja allein gar nicht lange überleben. Er braucht einen Wirt, also in diesem Fall einen Menschen. Und erfolgreich ist ein Virus nur dann, wenn er seinen Wirt nicht zu schnell tötet, am besten gar nicht, allenfalls erst dann, bis er zuverlässig einen neuen Wirt gefunden hat. Bei dem Covid-19 ist das der Fall. Jedoch hat dieser Corona-Virus zusätzlich noch eine Schweinerei auf Lager. Er kann sich auf einen weiteren Wirt übertragen, ohne dass der ursprüngliche Wirt Symptome zeigt. Das ist richtig hinterhältig. So kann sich dieser Virus unerkannt ausbreiten. Und da pro Tag ungefähr 400.000 Personen in der Luft mit Flugzeugen befördert werden, also vor Corona, kann sich das Virus quasi instantan über die gesamte Welt verteilen, was es ja auch getan hat. Nun nicht instantan, aber doch in weniger als zwei Monaten.

Interessant ist, dass es von der Bundesregierung ein Papier gibt, das katastrophale Risiken beschreibt. Aus den vielen denkbaren Szenarien, ist genau eines von den zwei beschriebenen Szenarien das einer weltweiten Pandemie mit einem Corona-Virus. Nun gut, die Hochrechnungen darin stimmen nicht ganz überein, treffen aber den Kern erschreckend genau. Fatalerweise hat man keine Gegenmaßnahmen definiert, bzw. man hat in der Studie das Katastrophenszenario nicht weiter analysiert. Vielleicht hätte das geholfen und man wäre mit den Maßnahmen gegen das Virus in letzter Zeit nicht von einem in das andere Extrem gegangen. So musste man improvisieren. Und man weiß ja aus Erfahrung, „Training on the Job“ birgt viele Möglichkeiten Fehler zu machen. Speziell wenn das System regelungstechnisch gesehen eine lange, in dem Fall mehrere Tage dauernde Verzugszeit hat. Verzugszeit ist die Zeit, beginnend mit dem Drehen am Thermostat in der Dusche, bis man überhaupt eine beginnende Änderung merkt. Je länger diese Zeit ist, desto schwieriger wird eine Regelung. In diesem Fall ist eine echte Regelung damit nicht wirklich möglich. Bis man merkt, ob die getroffenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus auch anfangen zu greifen, dauert es einfach zu lange. Ich denke mal, man versucht schon die Auswirkungen der Maßnahmen anhand von Berechnungen zu simulieren. Naja, anhand von den Meldungen der täglichen Inzidenzwerten habe ich auch versucht eine Hochrechnung durchzuführen. Erst wirklich einigermaßen hochrechnen lässt sich das System erst, wenn das Maximum zuverlässig überschritten ist. Und da helfen keine aktuelleren Zahlen. Nebenbei bemerkt, welche Zahlen soll man denn als Regelungsgröße hernehmen. Da streiten sich ja immer noch die Geister.

Eine Lösung werde ich heute nicht finden können.

Also frühstücken, ins Bad und dann ins Auto. 21 km, davon etwa die Hälfte, gefühlt noch mehr, im Stau. Aber wo kommt der denn her?

Also eigentlich gibt es indirekt über die Abstandsregeln immer noch so etwas wie einen Lockdown-Light. Mit anderen Worten, es sollten also nicht so vielen Personen im Büro sein, wie vor der Pandemie. Gut vor der Pandemie ist man mitunter auch schon länger im Stau gestanden, aber jetzt, wo geschätzt eigentlich nur Hälfte oder sogar weniger Personen als vor der Pandemie unterwegs sein sollten. Trotzdem Stau. Da kommen einem schon wieder Gedanken in den Kopf. Und man fängt an zu schauen, wie viele Personen sitzen denn in den Fahrzeugen. Fast ausnahmslos nur eine Person. Ok. Jetzt waren erst Bundestagswahlen. Diejenigen, die das Thema Umweltschutz am vehementesten propagiert haben, hatten auch die meisten Wählerzuwächse. Jetzt frage ich mich, was hat allein im Auto sitzen und die Straßen verstopfen mit Umweltschutz zu tun. Ich denke mal, Umweltschutz zu wollen und etwas dafür zu tun, das sind immer noch zwei Paar Stiefel.

Aber wie konnte es eigentlich zu der Klima-Misere kommen. Da komme ich mit meinen Gedanken in eine Sackgasse. Wenn dann, dann war dies doch zum großen Teil auch unsere, also auch meine Schuld. Auto fahren war cool, ein eigenes Auto zu besitzen noch cooler. Ja und damit ist man dann rumgefahren. Teilweise einfach so zum Spaß. Man konnte ja auch noch fahren. Stau war damals kein Thema. Aber schneller als 120 km/h ging das Fahrzeug auch nicht wirklich. Heute könnte man deutlich schneller fahren, es sind nur zu viele Fahrzeuge vor einem, die auch nicht wirklich schneller fahren als 120 km/h, wenn man den Durchschnitt ansieht, in der Regel sogar weniger als 100 km/h. Also die Debatte über die Geschwindigkeitsbegrenzung ist doch Schnee von gestern, die haben wir doch schon.

Ich komme vom Thema ab. Was war nochmal das Thema? Ach ja, woher kommt die Klima-Misere? Das hat mit Energie zu tun. Und woher kommt die Energie? Viel Energie ist in fossilen Brennstoffen, wie Kohle, Erdöl und Gas vorhanden. Das hat man dann auch ausgenutzt und entsprechend verbrannt, bzw. verbrennt das immer noch. Ob in Motoren oder Kraftwerken ist dabei eigentlich egal. Nach der Verbrennung gibt es neben anderen Scheußlichkeiten immer das Kohlendioxid. Tja und das Kohlendioxid hat eine dumme Eigenschaft. Er wärmt den Planeten auf. Blöd ist nur, dass das System Erde seit vielen Jahren, also sehr vielen Jahren, sich auf einen relativ stabilen Zustand eingependelt hat. Keine großen Schwankungen, relativ stabiles Klima. Und jetzt das. In kurzer Zeit, also sehr kurzer Zeit, eine massive Erhöhung des Kohlendioxid-Spiegels in der Luft. „Never change a running system“, und wir hauen jetzt mit einem Vorschlaghammer drauf. Da scheint es nicht verwunderlich, wenn Personen Nobelpreise bekommen, die sich mit der Klimavorhersage beschäftigen. Solange alles stabil war, hätte die Aussage auf die Frage wie das Wetter morgen wird – so wie gestern – gereicht. Da hätte man keine Hochrechnung gebraucht. Aber jetzt. Jetzt trifft man sich wieder mal zu einem Klimagipfel. Und der Hauptverschmutzer, China, nicht, also nicht vor Ort. Klima betrifft alle, da gibt es keine Grenzen. Jeder muss seinen Beitrag dazu beisteuern, das ganze System nicht vollständig ausufern zu lassen. Aber da scheinen andere Interessen – noch – Vorrang zu haben. Spätestens seit den Klimaextremen, die inzwischen vermehrt auftreten, also auch vor der eigenen Haustüre, sollte man doch verstanden haben, dass sich die Erde wehrt. Wir sind doch aus der Komfortzone schon raus, jetzt muss man handeln. Reden reicht nicht mehr. Aber solange man noch Kernkraftwerke extra dafür baut, um Bitcoins schürfen zu können, scheint man nicht verstanden zu haben, was uns die Cree Indianer seit langem versuchen mitzuteilen: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann“. Streng genommen holzen wir den Urwald ab, schwimmt im Meer extrem viel Plastik, so dass man heute schon keinen Schluck Wasser mehr trinken kann, ohne auch Plastik – Mikroplastik – mit dabei zu haben. So weit weg sind wir nicht von diesem Schreckensszenario. Wenn man sich fragt, wo der Großteil des Mikroplastiks herkommt, nun, durch den Abrieb von Autoreifen. Tja, die Mobilität fordert auch hier seinen Tribut.

Kurz vor dem Ziel muss ich mich mal auf meine Themen von heute konzentrieren. Fällt mir schwer. Was ist heute wichtig. Ich komme nicht dazu, mich zu konzentrieren. Ich muss erst mal den Weg ins Büro finden. Sollte eigentlich nicht so schwierig sein, aber man strukturiert um, auch räumlich. Und das immer wieder. Jedes Mal hört man, dass es besser ist. Und das alle 3 Jahre. Ja was hat man denn vor 3 Jahren, wo es doch besser sein sollte, und auch davor, falsch gemacht, dass es jetzt wieder besser wird.

Ich verstehe, dass es mit der fortschreitenden Entwicklung neue Möglichkeiten gibt, die man einsetzen kann. In der Elektronik gilt ja immer noch das Mooresches Gesetz, dass sich innerhalb von ca. 18 Monaten eigentlich Anzahl der Schaltkreiskomponenten auf einem integrierten Schaltkreis verdoppelt oder anders ausgedrückt, in 15 Jahren sind dies 1000-mal mehr. Gemeint ist aber, dass sich in dieser Zeit auch die Leistungsfähigkeit von Elektronik-Komponenten verdoppelt, oder auch die Leistungsfähigkeit von Computern steigern. Das was diese heute schon leisten. Also es wird diskutiert, wann die Leistungsfähigkeit eines Computers die Leistungsfähigkeit des Gehirns erreicht – 2030. Nicht mehr solange hin.

Also es gibt Verbesserungen in der Leistungsfähigkeit von elektronischen Komponenten. Die verändern das Arbeitsumfeld. Aber deswegen gleich umstrukturieren? Bis man sich da wieder zurechtgefunden hat. Bis sich die entsprechenden Prozesse wieder eingespielt haben. Da wird von einem viel abverlangt. Ich glaube, da wird häufiger das eigentliche Ziel vergessen, einem Kunden seine Arbeit ein wenig leichter zu machen oder ihm zu helfen, sein Produkt besser verkaufen zu können.

Und was bringt die Umstrukturierung noch mit sich. Alle 3 Jahre einen neuen Chef.

Lassen wir mal die ganzen Reibungsverluste beiseite. Bin ich denn wirklich noch so fit im Kopf, die geänderten Rahmenbedingungen und Prozesse zu verinnerlichen. War ja erst 3 Jahre her, wo man wieder alles neu gelernt hat – zwangsläufig. Man wurde ja auch immer daran erinnert. Und jetzt ist schon wieder alles, oder zumindest vieles, anders. Wie soll man da noch Schritt halten können. Und wenn man mehrfach am Tag „isso“ hört. Gut vielen ist wahrscheinlich nicht bekannt, „isso“ ist ein Akronym und bedeutet „Ich schrei sonst“. Ich könnt auch jedes Mal schreien.

Ok. Ich bin am Platz. Der Arbeitstag kann beginnen. Computer hochfahren, anmelden, loslegen. Jetzt merke ich erst, wie viele Hürden ich schon genommen habe, ohne wirklich produktiv gewesen zu sein. Und schon grüble ich wieder darüber nach, wie man das verbessern kann. Was könnte man tun, um die Arbeit zum Menschen, anstatt den Menschen zur Arbeit zu bringen?

Ich muss mich konzentrieren. Das fällt mir im neuen Arbeitsumfeld immer schwerer. Ich bin heute im Großraumbüro. Viele quasseln, so hört es sich zumindest an, da man ja nicht versteht, was der Einzelne sagt. Es fühlt sich wie ein wabernder Geräuschteppich an. Doch da versteht man hin und wieder Gesprächsfetzen. Die reißen einen aus der Konzentration auf die eigentliche Arbeit. Die stören einen im Arbeitsfluss und lenken gemeinerweise auf andere Dinge. Wo war ich jetzt gleich wieder? Ich komme mir vor wie auf einem großen Hauptbahnhof. Um es vorwegzunehmen, am Abend bin ich wie gerädert. Ich stelle mir die Frage, wie lange man eigentlich die Konzentration in solch einem Umfeld aufrechterhalten kann und wie lange es braucht, bis man diese nach einer Störung wieder erlangt. Das kann nicht effektiv sein. Das hat bestimmt Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit und ich vermute schwer, auch auf die Menge, was bearbeitet werden kann. Das ist doch nicht wirklich vom Arbeitgeber gewollt? Oder doch? Spielen hier andere Beweggründe eine gewichtigere Rolle?

Der Arbeitstag ist geschafft, ich bin geschafft. Jetzt noch nach Hause – Stau. Da zehrt an den Nerven. Heute Morgen war ich noch gelassen genug, aber jetzt.

Ich zwinge mich dazu an etwas Schönes zu denken. Der Sonnenuntergang war richtig schön. Wäre toll, wenn man diesen in den Bergen oder am Meer verbringen könnte. In den Bergen beim Skifahren. Das soll ja jetzt wieder gehen. Und ein Skiurlaub über die Jahreswende ist ja auch schon gebucht. Quasi schwerelos über den Schnee gleiten. Frrr – frrr – frrr mit jedem Schwung. Das kommt von den Rillen in den Pisten, geschaffen durch die Aufbereitung der Pisten mit den Pistenbully‘s. Und das in frischer Luft über den Wolken, die sich langsam unter einem im Tal dahin bewegen. Es eröffnet auch einen weiten Blick über die Berge, es eröffnet einem den Horizont, auch im Denken. Es fühlt sich gut an. Nur der Gedanke daran hellt schon meine Stimmung auf. Wäre es denn schon soweit…

Naja, bis Weihnachten ist es nicht mehr lang.

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